Mitschreiben in Echtzeit

Liebe User,

der Netzroman verlässt nicht die virtuelle Welt. Vielmehr repliziert er sich und wird von mir in der berühmten stillen Kammer beendet. Seinen Cyber-Body möchte ich euch zur freien Manipulation überlassen. Ein neues Tool erlaubt euch, direkt im Text zu arbeiten und ihn nach Belieben zu verändern, zu verlängern, zu kürzen, zu überschreiben. Das ist mein Geschenk an euch zum Abschluss dieses großartigen Projekts!

Unten findet ihr das gesamte aktuelle Manuskript, das über die Online-Phase des Projekts hinweg entstanden ist, in einem Fenster. Wenn ihr Lust habt, daran weiterzuschreiben, klickt >>hier. Der Link führt euch zu einem Online-Editor, in dem ihr direkt in den Text reinarbeiten könnt. Eure Änderungen oder eure Fortsetzung erscheint nach einer kurzen Verarbeitungsphase dann auf dieser Seiten in besagtem Fenster.

Viel Spaß!

Dank zum Schluss

Liebe User,

der Netzroman verlässt nicht die virtuelle Welt. Vielmehr repliziert er sich und wird von mir in der berühmten stillen Kammer beendet. Seinen Cyber-Body möchte ich euch zur freien Manipulation überlassen. Ein neues Tool erlaubt euch, direkt im Text zu arbeiten und ihn nach Belieben zu verändern, zu verlängern, zu kürzen, zu überschreiben. Das ist mein Geschenk an euch zum Abschluss dieses großartigen Projekts!

Die Zusammenarbeit und der Austausch mit euch hat mich manchmal gefordert und meistens beglückt! Ganz großen Dank, dass ihr dabei ward – einige von euch von Anfang bis Ende! Schönen Dank auch an das Literaturportal Bayern und den Deutschen Literaturfonds, ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre, an viele BloggerInnen und JournalistInnen, die dazu beigetragen haben, das Projekt bekannt zu machen.

Herzliche Grüße postet

Euer Thomas Lang

Das Tool wird am Freitag, den 7. Juli, freigeschaltet und voraussichtlich bis September geöffnet bleiben.

Abschlusslesung im Münchner Künstlerhaus

Am Freitag, 23. Juni 2017, fand im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz die Abschlusslesung der Onlinephase des Netzromans und damit auch die erste öffentliche Lesung aus dem Manuskript Der gefundene Tod statt.

Mit dabei als Vortragende und Diskussionspartnerinnen waren die junge Autorin Sophie Stroux, die aus der Sicht einer Userin und als Blogbetreiberin über den Netzroman und das Schreiben im Internet berichtete, und die Poetry Slammerin Fee, die das Publikum mal mit nachdenklichen Texten und mal mit Witz und Ironie in das Gefühlschaos der Pubertät zurückversetzte. Die Moderation des Abends übernahm der Schriftsteller Fridolin Schley.

Veranstalter des Abends waren der Münchner Seerosenkreis und das Literaturportal Bayern, das mit diesem Abend auch sein fünfjähriges Bestehen feierte.

 

To be Frank

von Sophie Stroux

Der Montagmorgen danach begann wie so viele Montagmorgende – zu früh und mit dem Geschmack von Pfefferminzzahnpasta, die auf dem Zahnfleisch brannte. Elle war noch übel, ihr Magen erinnerte sich an die Nacht, die sie nur noch die Nacht nannte, denn das Wort Geburtstag klang so falsch, dass sie lieber so tat, als hätte sie nie Geburtstag gehabt.

Später Sportstunde bei Denner, diesmal mit den Jungs zusammen. 50 Minuten laufen, einfach nur laufen und durchhalten, durchpusten in der ersten warmen Sonne des Jahres. Elle setzte einen Fuß vor den anderen, langsam, bedacht, während die Jungs, Junis und Hell, zu zweit joggten. Der Rest der Klasse in Grüppchen schwatzend auf dem Sportplatz trabend. Wenn sie die beiden sah, wie sie gemütlich redeten, so als wäre nichts gewesen, wurde ihr wieder schlecht und bei jedem Schritt zog sich der Knoten in ihrem Magen enger, wurde der Atmen kürzer und die Gedanken endlos. Also blickte sie stur auf den Boden und wich den beiden aus, betrachtete den roten Boden des Sportplatzes und ihre neonfarbenen Schuhe auf dem dunklen Rot. Die Spitzen ihrer Sportschuhe trugen kleine Löcher über den Zehen, Schaufenster quasi, die sie sich gegraben hatten, um ihr zuzuschauen.

Denner, unnatürlich braungebrannt in seinem Niketop, blickte zur Stoppuhr. „15 geschafft. Vergesst nicht zu trinken, wenn euch schwindelig wird“, schrie er zurück und joggte kurz mit einer Gruppe Mädchen mit, um ein bisschen ins Schwitzen zu kommen. Das sah einfach besser aus, so als Sportlehrer.

Elle lenkte sich ab mit Schuhlöchern zählen und den Löchern Namen geben, aber ihr fiel immer nur ein Name ein. Frank.

Frank heißt auf Englisch offen, ehrlich. To be frank, um ehrlich zu sein. Aber Frank war nicht ehrlich, sonst wäre er nicht zu Elles Party gekommen.

Plötzlich ein Blitz aus dem Grün, Elle zuckte, war wieder in dem Moment der Party, als Junis ihr den Tag des Mannes unter die Nase hielt. „Er heißt übrigens Frank.“

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