Corinna, das Klischee II

Corinna ist eine Nebenfigur, die mit den Hauptfiguren wohl eher locker verbunden sein wird. Sie geht in dieselbe Klasse wie Elle und wird von allen nur Klischee genannt. Sie ist eher ein Rich Kid – sie besitzt das neueste iPhone und das neueste Samsung, die Klamotten sind mindestens von Abercrombie & Fitch, Michael Kors, Gucci, evtl. auch Prada. Sie darf alles, ewig ausgehen (und dann mit dem Taxi nach Hause fahren), 10 GB Traffic im Monat verbrauchen und so fort. Sie bemerkt nicht, dass die anderen Schüler sich über sie lustig machen bzw. sie steht da drüber. Sie glaubt sogar, etwas Besseres zu sein.

Corinna ist eitel, arrogant, zickig, stur, dreist, auf eine Art auch naiv. Sie benötigt viel Aufmerksamkeit. Corinna mag gern Sex und sie steht dazu. Sie redet gern über die Penislängen verschiedener Jungs. Sie ist hinter Junis her, den sie bis jetzt leider völlig kalt lässt. Das wird sich sicher bald ändern. Wenn andere behaupten, dass Junis schwul wäre, interessiert sie das nicht. Mit ihr bleibt keiner schwul.

Äußerlich gibt sie sich betont weiblich, trägt tief ausgeschnittene Tops, High Heels, Armringe bis fast zum Ellenbogen. Ihr Make-up ist immer perfekt, ihr Parfüm gut wahrnehmbar. Sie hat eindeutig zu viele Haare  irre lang, irre lockig und dicht, immer teuer gefärbt.

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Die ältere Freundin: Betse III

Betse (Elisabeth) ist Ende zwanzig. Sie hat häufig auf Elle aufgepasst, als die noch ein kleines Kind war. Bis heute haben die beiden einen guten Kontakt, besonders gern gehen sie zusammen ins Kino oder Betse lädt Elle zum Äthiopier ein – alles in der ohne Auto schwer zu erreichenden großen Stadt.

Betse ist ein heller Typ, vielleicht ein bisschen anämisch, nicht sehr groß, dünn, mit einer aufwärts gebogenen Nase. Sie hat Gerontologie studiert und arbeitet im „Seniorenzentrum Vierweg“ – auch als „die Gruft“ bekannt. Sie will, dass die Welt besser wird, und glaubt, dass das mit Vernunft machbar sei.

Ihr Leben ist ohne große sichtbare Krisen verlaufen, in der Schule und im Studium war sie gut. Sie ist von einer gewissen Kargheit umgeben, besitzt nicht sehr viele, aber die üblichen Dinge (Möbel: Stühle mit Stahlrohrrahmen, Sofa blaues Velours). Dabei setzt sie kleine Akzente, z.B. hat sie genau ein Bild an der Wand hängen. Sie kleidet sich einfach, trägt nur ein Schmuckstück, schminkt sich nicht, außer mit Wimperntusche … Nichts wirkt da zufällig.

Zur Zeit der Haupthandlung ist Betse schwanger, man sieht ihren Bauch allmählich. Sie bereitet ihre Hochzeit vor, wälzt Kataloge und Webseiten, macht Listen, sucht Essen aus, denkt über ein „praktisches“ Kleid nach. Dabei bindet sie Elle ein.

Für Elle ist Betse eine Gegenfigur zu ihrer leicht chaotischen, lebensüberforderten Mutter, sie ist die bevorzugte Ansprechpartnerin bei Konflikten und Problemen. Allerdings gibt es Grenzen des Vertrauens, Elle spürt, dass sie mit den dunklen, abseitigeren Sachen nicht kommen kann.

Elle ist aus Betses Sicht ein gutes Mädchen, nur in einer schwierigen Lebensphase. Sie fühlt eine grundlegende Sympathie, vielleicht sogar Liebe zu der Jüngeren, die sie fast von Anfang an kennt, und teilt Elles Kritik am Leben der Mutter, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel (sie kennt schon „das Leben“ und die Zwänge des Erwachsenseins). Nach der Leichenschändung, die sie zunächst nicht glauben will, wird diese Sicht aber (vorübergehend?) erschüttert: Vielleicht ist Elle doch tief gestört?

Von der Clique weiß Betse nicht viel, eigentlich nur aus dem wenigen, was Elle ihr erzählt. Das ist womöglich nur belangloses Zeug. Dass sie zusammen saufen und kiffen, würde Elle Betse nicht erzählen. Sie genießt es hier eher, das „gute Mädchen“ zu sein.

Betses Gläubigkeit bestimmt ihre Einstellung zum Tod, den Glauben an ein Jenseits, die klare Ablehnung einer Verbindung zwischen den Welten von Lebenden und Toten. Sie könnte sogar eine „saloppere“ Einstellung zur Leichenschändung haben, insofern sie den entseelten Körper als den unwichtigen Teil des Menschen empfindet und etwa sagt: Ihr habt dem nicht wirklich etwas getan. Es war nicht in Ordnung, einen Toten so zu behandeln, aber seiner Seele konntet ihr nichts anhaben.

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Lehrer Denner II

Denner unterrichtet Bio und Sport. Er ist ein gutaussehender, trainierter Typ Anfang dreißig, tut in Sport ein bisschen zackig, hat die nötige Autorität, ist im Grunde aber nett oder den Schülern zugewandt. Er läuft gern in Sportklamotten rum, was im Kollegium nicht alle gut finden.

Denner glaubt, dass er bei seinen Schülern durchblickt, wer wie tickt usw. Das macht ihn leicht besserwisserisch. Die Mädchen stehen auf ihn und er bildet sich nicht wenig darauf ein, dass sie „alle in ihn verknallt“ sind. Den Jungs gefällt das nicht, und sie unken, er sei bestimmt schwul, weil er keine Frau oder Freundin hat. Er macht das im Unterricht zum Diskussionsthema. Insgesamt ist er ein engagierter Pädagoge, der sich um die eher schwierigen Kinder kümmert und sie nicht einfach links liegen lässt.

Elle mag er besonders. Sie arbeitet – übrigens nur in seinem Unterricht – mit oder folgt aufmerksam. Sie macht auch gern Sport, nur nicht Ballspiele. Wenn sie sich entschuldigen lässt, nimmt er ihr das ab, währen er andere öfter kritisiert. Wenn sie von Mitschülern schlecht behandelt wird, nimmt er sie in Schutz. Denner appelliert an Elles erwachsene Seite. Er traut ihr zu, Verantwortung für sich, aber für andere(s) zu übernehmen. Aber er fühlt sich von ihr auch angezogen, vielleicht betont er deshalb gern das Erwachsene an ihr.

Denner bietet eine AG an, vielleicht eine besondere Sportart? Eine Handvoll Schüler, die da mitmachen, lädt er schon mal auf ein Eis oder eine Pizza ein. Sie fahren mit ihm im Auto und waren auch schon mal bei ihm daheim. Das erleichtert es Elle, Vertrauen zu Denner aufzubauen. Gibt es auch eine Flirt-Ebene zwischen den beiden? Möglicherweise könnte es an einer Stelle eine unklare Situation geben, wenn Elle nach der Tat zu Denner kommt und er die Ebenen vertauscht. Das würde ihm anschließend sicher peinlich sein, weil er Pädagoge versagt hat.

Die Tat seiner Schüler erlebt Denner nicht mit der Abwehr, wie wir sie aus den Foren kennen. Er hat kein Verständnis, aber Mitleid oder wenigstens den Impuls, die Schüler zu schützen, ihre Anonymität zu wahren. Er könnte versuchen, das Geschehen zum Unterrichtsthema zu machen, und müsste einsehen, dass das gar nicht funktioniert. Ich stell mir vor, dass Elle zu ihm geht, als sie mit dem Geschehenen nicht klar kommt und ihre Beteiligung von der Mutter ausgeschlossen wird, sie bei Betse nicht darüber sprechen kann. Denner überredet sie, zur Polizei zu gehen, und überzeugt sie davon, dass es kein Verrat ist, das zu tun.

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Die ältere Freundin: Betse II

Betse (Elisabeth) ist schon Ende zwanzig. Sie hat häufig auf Elle aufgepasst, als die noch ein kleines Kind war. Bis heute haben die beiden einen guten Kontakt, besonders gern gehen sie zusammen ins Kino oder Betse lädt Elle zum Äthiopier ein – alles in der ohne Auto schwer zu erreichenden großen Stadt.

Betse ist ein heller Typ, vielleicht ein bisschen anämisch, nicht sehr groß, dünn, mit einer aufwärts gebogenen Nase. Sie hat studiert und arbeitet im sozialen Bereich. Sie will, dass die Welt besser wird, und glaubt, dass das mit Vernunft machbar sei.

Ich stelle sie mir sehr geordnet vor – ein Leben ohne große sichtbare Krisen, ohne besondere Höhen oder Tiefen – Schule ok bis gut – ein fester Freund oder Verlobter, evtl. Gläubigkeit – rein visuell mit einer gewissen Kargheit umgeben. Dabei setzt sie kleine Akzente mit Schmuck oder Schminke, auch in der Einrichtung. Nichts wirkt da zufällig.

Für Elle ist Betse eine Gegenfigur zu ihrer leicht chaotischen, lebensüberforderten Mutter, sie ist die bevorzugte Ansprechpartnerin bei Konflikten und Problemen. Allerdings gibt es Grenzen des Vertrauens, Elle spürt, dass sie mit den dunklen, abseitigeren Sachen nicht kommen kann.

Betse ist schwanger, man sieht ihren Bauch allmählich. Sie ist mit den Vorbereitungen auf ihre Hochzeit beschäftigt und macht das alles ganz konservativ:  Kataloge und Webseiten wälzen, Listen machen, Location wählen, Essen aussuchen, Kleid aussuchen etc. Das teilt sie mit Elle, die beiden fahren vielleicht zusammen zu einem Brautmodengeschäft o. ä. Sie ist mit dem Studium, mit dem Referendariat fertig (Wird sie sogar Anwältin? Da könnte Elle versuchen, aus ihr ein paar juristische Sachen rauszukriegen) – und wir erleben sie so, vielleicht auch mit einem kleinen Schock, weil sie plötzlich Angst um ihren Verlobten hat (Ist er untreu? Liebt er heimlich eine andere?), das stellt sich jedoch als harmlos heraus.

Elle ist aus Betses Sicht ein gutes Mädchen, nur in einer schwierigen Lebensphase. Sie fühlt eine grundlegende Sympathie, vielleicht sogar Liebe zu der Jüngeren, die sie fast von Anfang an kennt, und teilt Elles Kritik am Leben der Mutter, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel (Sie kennt schon „das Leben“ und die Zwänge des Erwachsenseins). Nach der Leichenschändung, die sie zunächst nicht glauben will, wird diese Sicht aber (vorübergehend?) erschüttert: Vielleicht ist Elle doch tief gestört?

Von der Clique weiß Betse nicht viel, eigentlich nur aus dem wenigen, was Elle ihr erzählt. Das ist womöglich nur belangloses Zeug. Dass sie zusammen saufen und kiffen, würde Elle Betse nicht erzählen. Sie genießt es hier eher, das „gute Mädchen“ zu sein.

Betses Gläubigkeit bleibt eine Option für die Geschichte. Sie könnte eventuell zum Tragen kommen, indem Betse an bestimmten Stellen ihre etwas andere moralische Einstellung zum Ausdruck bringt. Sie könnte Elle auch einladen, zu dem ein oder anderen christlichen Event zu kommen, aber keinesfalls mit missionarischem Eifer. Fundamental wäre ihre Einstellung zum Tod, das klare Ablehnung einer Verbindung zwischen den Welten von Lebenden und Toten. Interessant scheint mir auch die Frage, ob eine gläubige Betse vielleicht sogar eine „saloppere“ Einstellung zur Leichenschändung haben könnte, insofern sie den entseelten Körper als den unwichtigen Teil des Menschen empfindet und etwa sagt: Ihr habt dem nicht wirklich etwas getan. Es war nicht in Ordnung, einen Toten so zu behandeln, aber seiner Seele konntet ihr nichts anhaben.

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Die Clique: Dennis Helmar II

Dennis ist 15. Er ist von seiner alten Schule geflogen und an der neuen quasi auf Bewährung. Das scheint ihn nicht besonders zu interessieren. Er ist schräg, nicht sehr schlagfertig, aber nachhaltig in seinen Abneigungen. Es geht das Gerücht um, dass er abgehen musste, weil er mehrere andere Schüler zusammengeschlagen hat. Er selbst redet nie von seiner alten Schule, überhaupt nie von der Schule, und scheint keinen Kontakt zu irgendwelchen Leuten aus seinem früheren Wohnort zu haben. Er bemüht sich an der neuen Schule nicht mehr als an der alten, auch wenn er selbst das vielleicht anders sieht.

Dennis hat einen Hang zu direkter Grausamkeit. Er gibt außerdem vor den anderen damit an, dass er in ein Häuschen des nahen Schrebergartens eingebrochen ist. Er klaut auch den Wodka für Elles Geburtstagsparty.

Dennis tut gern größer, als er ist. Schon bei der ersten Begegnung hat er Elle gefragt, ob sie mit ihm ins Bett geht. Ihre Abfuhr hat er lächelnd weggenickt, jetzt ist es eine Art Spiel zwischen den beiden. Er hat auch eine fürsorgliche Seite, die sich selten zeigt, vielleicht einem jüngeren Geschwister gegenüber.

Er ist nicht besonders groß, ein sehniger Typ, der gern Camouflage-Klamotten trägt.

Dennis lebt im Gewerbegebiet der Stadt. Sein Vater hat eine kleine Fabrik gemietet, weil er viel Platz braucht für seine Steinmetzarbeit. Die Mutter hat irgendeine normale Arbeit. Die Vater-Sohn-Beziehung ist schwierig.

Der altmodische Name Helmar kommt aus einer Familientradition. Die erstgeborenen Männer hießen über Generationen so. Dass seine Eltern den Namen übernommen haben, hat vielleicht damit zu tun, dass er sie an die frühere Heimat erinnert (wie die meisten in der Stadt sind sie Nachfahren von Vertriebenen). Dennis mag es nicht, wenn jemand seinen zweiten Namen sagt. In der Clique ist es anders, da nennen sie ihn „Hell“ – Hölle.

(Diese Fassung wurde vom 24.1. wurde gegenüber der vom 21.1. leicht abgeändert.)

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