II Amphibien (1)

„Eelle! Ku’mal, was ich gefunden hab!“

Junis kniete am Rand des Weihers und schob ein paar alte Blätter auseinander. Elle machte einen Schritt auf ihn zu, ließ die Hände in den Taschen. Eine Menge Zeug gab es da, mit dem ihre Finger spielen konnten: alte, zum Teil noch gefaltete Taschentücher, Bonbonpapierchen, zwei oder drei Münzen, von denen sie eine als 20-Cent-Stück identifizierte. Ein Lolli-Stiel, auf dem sie gekaut haben musste, denn er fühlte sich eingedellt und ein bisschen faserig an. Außerdem war er am Kau-Ende geknickt.

Sie sah voraus, dass sie in den Chucks wieder nasse Füße bekommen würde. Der Boden war rutschig, eindeutig zu pampig. Es hatte erst vor ein paar Tagen zu tauen angefangen. In allen Ecken lag noch der dicke, Monate alte, stumpfgraue Schnee.

II Amphibien (1) weiterlesen

[hier ist er, der Anfang der Geschichte:] I Die Stimme

Die Wedekind-Schule sieht inzwischen wieder aus, als würde sie zusammenkrachen. Wie lange ist es her, dass sie saniert wurde? Acht oder neun Jahre vielleicht. Da wurden die Risse im Beton gespachtelt, die Dehnungsfugen neu verfüllt. Die alte Masse war brüchig und voller Asbest. Ein Schuljahr in Containern. Den nackten Beton wollte niemand mehr ansehen, es kam Farbe drauf. Die hässlichste Farbe der Welt, so ein irrsinnig, wahnsinnig, unglaublich hässliches grünliches Gelb, wie aus einem schlechten Trip. Irgendwie passend. Die Mauern sind jetzt wieder veralgt, die Stützwand an der Abfahrt zum Müllkeller spielt ins Dunkelgrüne. So macht es Sinn, nachträglich: die Farbe kann nur gestrichen worden sein, um genau diesen Effekt vorzubereiten. Die Algen, ihre Samen oder wie immer sie sich vermehren, müssen schon in der Farbe drin gewesen sein. Daher kam dieses Grün, das sie nach hundert Jahren Mischen noch nicht hingekriegt hätte. Die Fenster wurden damals auch ausgetauscht, der bunte Kunststoff (dunkelgrün!) hat dem UV-Licht nicht standgehalten, er sieht brüchig und verschossen aus. Die alten Rahmen waren aus schwarzem Aluminium, die Scheiben beschichtet mit irgendetwas, das die Sonne filtern sollte. Eine Art Folie, die sich im Inneren der doppelten Verglasung ablöste. Das gab blinde Stellen, aber die blitzten, wenn morgens das Licht drauf fiel, golden braun. Wenn, das Licht, drauf fiel.

[hier ist er, der Anfang der Geschichte:] I Die Stimme weiterlesen

Wie es weitergeht

Liebe User,

in den letzten Wochen haben wir uns mit der Entwicklung von Figuren beschäftigt, für mich war das eine spannende Zeit. In dieser Woche will ich ein paar Orte für die Geschichte vorstellen, gleichzeitig werde ich, wie gesagt, versuchen, die Figuren mithilfe eurer Anregungen weiter zu entwickeln. Ich bin außerdem in der letzten Zeit noch auf ein paar Artikel gestoßen, die alle mit Traunreut zu tun haben und die ich hier zusammenfassen werde, weil sie mich auf ein paar Ideen zu dieser Geschichte gebracht haben.

Wo bleibt das Manuskript?

Liebe User, Leser, Mitdenker,

wo ist der „eigentliche“ Text? Gelegentlich hat es Irritationen gegeben, weil noch kein „aktuelles Manuskript“ da ist. Deshalb schreibe ich euch und erkläre mein Vorgehen. Ich möchte den Prozess, wie ich zu einem Manuskript komme, mit abbilden. Also habe ich mit der Dokumentation des Ausgangsmaterials („Wahre Begebenheit“) begonnen und möchte mit den Überlegungen zu Figuren und Orten weitermachen. Auch Ideen und Entwürfe für die Geschichte, die schon vorhanden sind, sollen dokumentiert werden. Nur nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück. Also dauert es noch, bis das „richtige“ Schreiben anfängt. Ich hoffe, ihr interessiert euch auch für die Vorarbeiten und das ganze Drumrum und bleibt dabei, wenn Elle und ihre Welt Gestalt annehmen!