Ein Name für die Stadt III

Liebe User,

Ingenhausen gefällt euch nicht so gut als Name für die Stadt. Ihr habt Assoziationen an Entenhausen oder an Inge. (Mich persönlich würde beides nicht stören.) Neue Vorschläge von euch, um den Assoziationen zu entkommen, sind etwa Hausingen, Luingen, Maringen, Solingen (letzteres gibt es jedenfalls). Oder etwas wie Ingenbach, Ingenberg, Ingenhof, Ingenau. Diese letzten Namen geben topografisch was vor: Es müsste also einen Bach, einen Berg oder eine Au geben. Bei „-hof“ denke ich, müsste es eine Hofstelle (alte Siedlung) gegeben haben.

Ein entgegengesetzter Vorschlag ist „Engenhausen“. Hier wird die Assoziation nicht abgeschwächt, sondern verstärkt, der Name sprechend. Oder, ein dritter Vorschlag, die Stadt könnte nur „Ingen“ oder nur „Hausen“ heißen. Hausen gibt es als Stadtteil von Frankfurt, Ingen scheint es nicht zu geben. Aber die Assoziation an Inge bliebe stark, oder?

Ich habe noch mal recherchiert und folgende Namen für Vertriebenenstädte gefunden: Geretsried, Neugablonz, Neutraubling, Traunreut, Waldkraiburg, Stadtallendorf, Espelkamp, Trappenkamp. Die Tendenz, eine Neusiedlung auch so kenntlich zu machen, ist also gering gewesen. Für den „Gefundenen Tod“ könnte es aber eine Option sein.

Im Zusammenhang mit der Info von Susanne, dass die Munas meistens versteckt in Wäldern lagen, fern von Großstädten, aber mit guter Verkehrsanbindung, schlage ich vor: Neuholz, Neutann (gibt es als Schloss bzw. Spital), Waldhausen, Neubuch (Neu-Buch gibt es aber), Neu-Eich (Wald-Eich, Moor-Eich). Waldstetten, Buchenried, Tannheim, schlug Susanne bereits vor.

Oder etwas Künstliches: Bahnhausen, Vierweg. – Vierweg gefällt mir gut.

Frage zu Abschnitt V: Die Nudel

In Abschnitt V kommt Junis in eine Situation, die ihn verunsichert. Sein Geburtstagsgeschenk für Elle soll sein, dass sie endlich schwimmen lernt. Es ist ihm aber peinlich, nach Schwimmhilfen zu fragen, zumal er die Verkäuferin von der Schule kennt. Die gefühlte Niederlage will er in einen Sieg ummünzen, als er vom Sportgeschäft weiter in den Spielwarenladen geht.

Im Zusammenhang mit der Frage nach Dennis’ Grausamkeit hat kiki mal gepostet, er habe vielleicht ein gutes Gespür für die Schwächen oder wunden Punkte anderer und er sehe gern, wie sich jemand in einer unangenehmen Situation windet. Ich finde, das passt sehr gut zu Junis.

Wie malt ihr euch eine Begegnung zwischen Junis und der eindeutig älteren Verkäuferin im Spielwarengeschäft aus? Wie bringt er sie in eine unangenehme Situation (und sichert so seine Überlegenheit)? Oder begegnet er einem Verkäufer? Würde es die Bedeutung der Szene wesentlich verändern, wenn die zweite Person, der er begegnet, ein Mann wäre?

Mitschreiben II

Liebe User,

ihr fragt, wann das Mitschreiben losgeht. Zuallererst möchte ich euch sagen, dass ihr schon die ganze Zeit über mitschreibt. Die Spuren eurer Kommentare zum Thema, zu den Figuren, den Orten usw. werden überall im Text auftauchen.

Es sollte ein Tool kommen, mit dem ihr auch Texte editieren könnt. Das mussten wir aus internen Gründen noch mal zurückstellen. Ich möchte euch daher bitten, wie gehabt über die Kommentarfunktion mitzumachen. Weiterhin werde ich Fragen stellen und euch um euer Zutun bitten, was die Entwicklung der Handlung, des Erzähltons usw. betrifft. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch Szenen oder Teile davon selbst schreiben und als Kommentar posten.

Wie und ob sich das am Ende zu einem geschlossenen Text zusammenfindet, ist mir zur Zeit noch völlig unklar. Ich lade euch ein, mit mir diese Sachen auszuprobieren! Konkretes folgt morgen.

Wo sind die Toten?

Liebe User,

wie ist das mit dem Leben nach dem Tod? Neulich sagte mir ein Mädchen aus einer neunten Klasse, dass eine Tat wie diese den Geist des Toten beleidigt. Auch in euren Kommentaren tauchte dieser Gedanke mal auf (Die Diskussion könnt ihr hier nochmal nachlesen). Was glaubt ihr – ist nach dem letzten Atemzug wirklich Schluss? Werden wir einfach verstoffwechselt, werden wir wiedergeboren? Habt ihr das Gefühl, dass die Toten irgendwo sind, auch wenn ihr es nicht glaubt?

Und wie ist es mit der Umkehrbarkeit? Ist da in irgendeiner Ecke die Vorstellung geblieben, man könnte von den Toten zurückkommen, wie es Kinder glauben? Selbst manche Ärzte sagen, dass es weitergehen müsste mit uns, unseren Seelen oder was immer in uns steckt. – Was, wenn unser Bewusstsein gar nicht das Produkt unseres Gehirns wäre, wie der niederländische Mediziner van Lommel denkt?

Ein paar Gedanken von euch darüber wären toll.

Blog oder Snapchat

Liebe User,

Elle soll sich tagebuchartig äußern. Ich schwanke noch zwischen zwei Ideen:

a) Sie schreibt ein Blog. Das ist öffentlich oder jedenfalls für eine Community auf einer Plattform sichtbar. Sie zeigt da eine coolere Elle, lässt aber durchaus Sehnsüchte und Konflikte erkennen, Dinge, die ihr wichtig sind. Hier wäre auch wichtig, wie ihre Mitleser reagieren, wie und ob sie einen Eintrag kommentieren etc.

b) Sie schickt sich selbst Messages per Snapchat. Das findet sie toll, weil beim nächsten Öffnen der App immer alles weg ist. Nur so kann sie sowohl vollkommen ehrlich sein als auch den größten Quatsch schreiben. Auch Bilder gehören dazu. Die Selbstdarstellung vor sich selbst kommt mir schon zeitgemäß vor, ich denke u.a. daran, wie der Amokläufer von München sich angeblich mit sich selbst unterhalten habe, vor und womöglich während des Attentats. Es liegt allerdings schon eine verschärfte Form von Einsamkeit darin. Außerdem fragt sich, wie solche verschwindenden Nachrichten im Text repräsentiert sein könnten. Wäre das ähnlich zu sehen wie direkte Rede: aufschreiben, obwohl es transitorisch ist? Oder müsste die Erzählung das irgendwie anders anfangen, wie in einem reaction shot – etwas, das Elles Texte reflektiert …