Nachricht an die Leser I

Liebe Kommentatoren,

zunächst mal: ganz herzlichen Dank für eure Beiträge! Ich bin bewegt von euren Schilderungen der Erfahrung, die ihr mit Sterben und Tod gemacht habt.

Ihr fragt, warum ich ein Mädchen zu Hauptfigur machen will. Zunächst zum Hintergrund: Bei den Traunreuter Ereignissen waren viele Jugendliche beteiligt, soweit ich mich erinnere, über zehn. Mindestens ein Mädchen war Zeugin der Tat, dazu kommt bald noch ein Post, in dem ich einen alten Bericht von „report“ zusammenfasse. Nun will ich mich von diesem „Fall“ ja abstoßen und eine Geschichte erzählen, in der mir Freiräume bleiben und ich nicht mehr oder weniger dokumentarisch arbeite.

Die Entscheidung für Elle habe ich intuitiv getroffen. Ich denke aber, sie hat damit zu tun, mich von diesen realen Ereignissen literarisch zu distanzieren. Sie hat auch den Vorteil, nicht zu sehr mit eigenen pubertären Befindlichkeiten zu arbeiten und eben mehr auf eine Figur zu schauen.

Mit der Psychologie des Traunreuter Geschehens bin ich vorsichtig, weil ich keinen der Beteiligten kenne, auch nicht ihr Umfeld oder Ähnliches. Auch da möchte ich lieber meine eigenen Figuren mit ihrer Psychologie entwickeln.

Sehr spannend finde ich den Hinweis auf die Geschlechterrollen, diese Zuschreibung auch, welches Geschlecht welche Art von Verhalten zeigen soll. In diesem Zusammenhang erschiene es noch krasser, wenn es ein Mädchen ist, das „so was“ macht. Dass Elle die Hauptfigur ist, heißt aber nicht, dass sie auch beim Geschehen eine führende Rolle hatte. Daran arbeite ich als Nächstes, die Figuren mehr zu konturieren.

Frage an die Leser I

Liebe User, Mitleser und -schreiber,

in dieser Geschichte geht es (unter anderem) um die Begegnung mit einem Toten. Ich habe als Zivi mal geholfen, einen Leichnam zu waschen und zurechtzumachen. Ich erinnere mich vor allem, wie „unrichtig“ die Kälte dieses Körpers auf mich wirkte. Habt Ihr schon mal Berührung mit einem Toten gehabt? Was habt Ihr dabei empfunden?

Mitlesen & Mitschreiben

Der gefundene Tod fußt auf einer wahren Begebenheit. Vor einigen Jahren entdeckten Jugendliche in Süddeutschland beim Feiern eine Leiche. Sie banden den toten Körper an einen Baum und malträtierten ihn mit Eisenstangen und anderen aufgefundenen Gegenständen. Sie machten Fotos von ihrer Tat und verbreiteten sie per Handy. Die Sache kam raus, die Jugendlichen wurden nun ihrerseits verbal scharf attackiert – etwa im Internet – und schließlich hart bestraft.

An diesen Fall angelehnt handelt Der gefundene Tod  von einer unguten Art, erwachsen zu werden. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Elle, das Zuneigung sucht, aber auch die Anerkennung seiner Schuld.

Alle interessierten Leser und User sind herzlich eingeladen, sich an der Entstehung des Romans zu beteiligen.