Die Clique II: Dennis Helmar

Dennis ist 15. Er ist von seiner alten Schule geflogen und an der neuen quasi auf Bewährung. Er ist schräg, nicht sehr schlagfertig, aber nachhaltig in seinen Abneigungen. Es geht das Gerücht um, dass er abgehen musste, weil er mehrere andere Schüler zusammengeschlagen hat.

Dennis hat einen Hang zur Grausamkeit, der sich schon anfangs zeigt. Er gibt vor den anderen damit an, dass er in ein Häuschen des nahen Schrebergartens eingebrochen ist. Er klaut auch den Wodka für Elles Geburtstagsparty.

Dennis tut gern größer, als er ist. Schon bei der ersten Begegnung hat er Elle gefragt, ob sie mit ihm ins Bett geht. Ihre Abfuhr hat er lächelnd weggenickt, jetzt ist es eine Art Spiel zwischen den beiden. Er hat auch eine fürsorgliche Seite, die sich selten zeigt, vielleicht einem jüngeren Geschwister gegenüber.

Zu seinem Ärger ist er nicht nur der Jüngste in der Clique, er ist auch nicht besonders groß, ein sehniger Typ, der gern Camouflage-Klamotten trägt.

Dennis lebt im Gewerbegebiet der Stadt. Sein Vater hat eine kleine Fabrik gemietet, weil er viel Platz braucht für seine Bildhauerei. Leider hat er damit keinen Erfolg und arbeitet aushilfsweise für den örtlichen Grabstein-Fabrikanten. Die Mutter hat irgendeine normale Arbeit. Die Vater-Sohn-Beziehung ist schwierig, da Dennis ein seinem künstlerisch begabten Vater entgegengesetztes Talent hat.

Der altmodische Name Helmar kommt aus einer Familientradition. Die erstgeborenen Männer hießen über Generationen so. Dass seine Eltern den Namen übernommen haben, hat vielleicht damit zu tun, dass er sie an die frühere Heimat erinnert (wie die meisten in der Stadt sind sie Nachfahren von Vertriebenen). Dennis mag es nicht, wenn jemand seinen zweiten Namen sagt. In der Clique ist es anders, da nennen sie ihn „Hell“ – Hölle.

Wie ist seine Situation an der neuen Schule, nimmt er das als letzte Chance wahr oder ist es ihm egal? Was ist sein Talent? Übernimmt er die Führung in der Clique? Hat er noch Kontakt mit seinen mit seinen früheren Freunden?

> Zur zweiten Version von Dennis Helmar

7 Gedanken zu „Die Clique II: Dennis Helmar“

  1. 1
    passenger says:

    „Hang zur Grausamkeit“? Wie zeigt sich das? Einbrechen und Klauen spricht nicht von „Grausamkeit“. Meinst du vielleicht eher „Kriminalität“?

    *nimmt neugeborene Figur vor Autor in Schutz* 🙂

  2. 2
    Thomas says:

    nein, ich meine Grausamkeit, passenger. Toten Fliegen die Flügel ausreißen und so.

  3. 3
    prop says:

    lebendigen Hasen einen Strohhalm durchs linke Ohr ziehen, bis er am rechten wieder rauskommt ? Lass halt die TOTEN weg. „Fliegen Flügel ausreißen“, ist das grausam oder nicht? Manche können gut ohne Flügel. Lässt man eine Motte durch die Wohnung fliegen, ohne sie an die Wand zu drücken, wenn man sie erwischt ? Nein. Doch eher nicht. Und danach die Tapete reinigen. Das Grausame entsteht doch eher durch das reine Experiment. Wozu Fliegen Flügel ausreißen ?

    Grausame Hasengeschichten sind doch Standard, oder ? Kann jeder 2. oder 3. aus seiner Jugend und Kindheit erzählen. Oder eben Haustiergeschichten. Entweder sind die Kinder grausam oder die Eltern. Sind auch in der Literatur Standard, ein Motiv, könnte man sagen, jetzt wieder bei Chr. Kracht in Die Toten. Emil Nägeli liebt als Kind seinen Hasen, „ein renitentes Albinotier mit roten Augen“, und dann ist er plötzlich weg gebracht worden. In einer Geschichte von Etgar Keret noch interessanter: das Kind mag sein Sparschwein gern, also einfach das Schwein, das er über lange Zeit füttert. Aber der Vater drängt ihn, es mit dem Hammer zu zerschlagen, weil er dem Sohn beibringen will, mit Geld umzugehen. Das Sparschwein lebt noch nicht mal, aber Grausamkeit dringt in dieser Erzähung trotzdem durch, finde ich.

  4. 4
    Johannes says:

    Finde ich gut, so eine spezifische Handlung, die die Figur charakterisiert. Damit vermeidet man, dass die Figur klischeehaft wirkt. Vielleicht könnte er auch gerne zugeschaut oder mitgewirkt haben, wenn bei seinem Onkel, der Nebenerwerbslandwirt ist und einige Schweine hat, eine Hausschlachtung durchgeführt wird.

  5. 5
    kiki says:

    Dennis hat vielleicht ein gutes Gespür für die Schwächen oder „wunden Punkte“ anderer und lebt darüber seinen Hang zur Grausamkeit aus. Er sieht gern, wie sich jemand in einer unangenehmen Situation windet. Das macht er bei seinen Mitschülern. Vielleicht auch bei den Lehrern? Es gefällt ihm, dass man in fürchtet.

    Auch seinen eigenen Schwächen ist er sich wohl bewusst, überspielt sie mit seiner Angeberei und seinem „harten“ Getue.

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