Die Suche nach Ursachen I

Am 19. Mai 2006 reagiert die Süddeutsche Zeitung in den Ressorts Politik, Panorama und in der lokalen Berichterstattung auf den Leichenfund, die Hintergründe der Tat und ihre Folgen.

Die neue Machokultur

Der Fall der Leichenschändung durch vier Jugendliche ist ein besonders abstoßender Fall. Hemmungslos verstümmelten sie den Körper des Toten. Fachleute sprechen von einem Einzelfall und warnen vor Pauschalurteilen. Dennoch: In sozialen Brennpunkten wächst die Gewaltbereitschaft.

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Hilflose Fragen nach dem Warum

Nachdem vier Heranwachsende aus ihren Städten die Leiche eines Selbstmörders geschändet haben, sind die Bürger in Traunreut und Trostberg ratlos.

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Freiheitsstrafen für Leichenschändung

Im Wald fanden sie eine Leiche und verstümmelten diese schwer. Nun hat das Gericht sein Urteil gegen die jugendlichen Täter gesprochen.

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2 Gedanken zu „Die Suche nach Ursachen I“

  1. 1
    dickeruebe says:

    Es wäre interessant zu wissen, wie das Verhältnis und die Rolle von Mädchen und Jungs in der Gruppe war. Die vier „Täter“ scheinen ja alle Jungen gewesen zu sein. Waren Mädchen auch dabei? Und wie haben die sich verhalten – währenddessen und danach?

    Ich erinnere mich an eine disziplinarische Gegenüberstellung in der Schulzeit, 8. Klasse, also etwa das entsprechende Alter, weil die Klasse quasi als gemeinsame „peer group“ eine Austauschlehrerin gemobbt hatte. Die Lehrer hatten zunächst mit Mädchen und Jungen getrennt gesprochen und dann bei der Gegenüberstellung die beiden Gruppen gewissermaßen gegeneinander ausgespielt, also den in Aggressivität führenden Jungs die angeblich reiferen Mädchen und deren inzwischen ablehnende Haltung zum Geschehenen entgegengestellt. Wohl um die Komponente pubertären Imponierens herunterzubrechen. Hat tatsächlich was gebracht. Interessant für mich war im Nachhinein aber vor allem, dass ich unser „mobbendes“ Verhalten als Klasse gar nicht als solches wahrgenommen hatte, eher als Scherzen, als frech, aber nicht bewusst verletzend. Ich glaube auch nicht, dass es von den Akteuren wirklich so gemeint war, sondern dass es tatsächlich um eine Art Imponiergehabe, „wer hat die krasseren Sprüche“ / „wer traut sich mehr“ ging. Die Lehrerin war vielleicht durch kulturelle und sprachliche Fremdheit gewissermaßen schwächer als andere und damit ein leichteres Ziel, aber sie war gar nicht unbeliebt bei uns.

    Alles nicht vergleichbar mit der geschehenen Leichenschändung, aber das Ausleben einer vielleicht aggressiver gearteten männlichen Pubertät könnte schon eine Rolle spielen. Welche Rolle spielen dann pubertäre Mädchen – kann eine klassischere, „weichere“ weibliche Rolle aggressives Imponiergehabe eindämmen? sind Mädchen damit auf ihre Art in der Rolle der Veranwortung zur Eindämmung von Gewalt? oder ist dieses klassischere Mädchenbild inzwischen überholt?

  2. 2
    Anselm B says:

    Daraus ergibt sich auch die Frage, warum der Autor Thomas Lang ein Mädchen als Hauptfigur ausgewählt hat – und welche Folgen das für eine literarische Auseinandersetzung mit dem realen Fall hat. Das würde mich interssieren.

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