Die Reaktionen I

Diskussion des Geschehens von Traunreut in Foren

Die „Leichenschändung“ wurde seinerzeit in verschiedenen Foren diskutiert. Bei meiner Google-Recherche stieß ich auf öffentlich einsehbare Beiträge von Foren-Seiten – etwa auf muenchner-singles.de oder BMW-Syndikat.de. Die Dokumentation der Original-Beiträge wurde mir vonseiten der Betreiber nicht  gestattet, deshalb fasse ich sie hier zusammen, ohne näher zu bezeichnen, welcher User auf welchem Forum gepostet hat.

„Nicht mal mehr vor dem Tod haben manche Respekt. Ich hoffe sehr das diese Jugendlichen sehr hart bestraft werden … Bin darüber zutiefst erschüttert“, schrieb etwa jemand und auch, dass die Eltern sich „gehörig für ihre Kinder schämen“ sollten.

Ein anderer schrieb: „Meiner Meinung nach gehören die Kiddys sofort inne geschlossene!“ Einsperren bringe nichts, widersprach einer, Folter und Arbeitslager seien nicht drin. Mehrere sind sich einig, dass es wohl nur eine kleine Strafe für die Jugendlichen geben werde, einer findet das „krank“. Eine geschlossen Anstalt solle in Erwägung gezogen werden. „Normale Menschen in dem Alter“, weiß ein User, „bekommen beim Anblick einer Leiche nen Schock oder Brechreiz oder rufen sofort die Grünen.“ Wieder eine andere Stimme: „Ich weiß ja nicht was man da schlucken muss um sowas zu machen!“

Was könnte man tun, wenn das eigene Kind so etwas angestellt hätte? „Nen Psychater für mich und lebenslang Hausarrest fürs Kind“, schreibt einer und kommt zu dem Schluss: „Da wurden anscheinend von haus aus in der Erziehung grundlegende Werte nicht vermittelt.“

Ein User weist auf Filme hin, die manche „kranke Jugendliche“ zur Nachahmung animieren könnten. Als Titel nennt er Hostel, The Hills Have Eyes („alles Filme, die hier schon bersprochen wurden“) und Jackass. Ein anderer widerspricht: „Ich bin aber nicht der Meinung, dass man das an Filmen oder sowas fest machen kann.“

Zu den erwähnten Filmen habe ich mal bei Wikipedia nachgeschaut:

Zu Hostel heißt es da: „ein US-amerikanischer Torture Porn von Eli Roth“. (Die Wiedergabe der Handlung spare ich mir.) Der Regisseur wolle „ein realitätsnahes Bild unserer Gesellschaft entwerfen, da es durchaus vorstellbar sei, dass reiche, gelangweilte Geschäftsleute, die sonst alles haben, andere Menschen zu Tode foltern und dafür Geld bezahlen.“

Zu The Hills Have Eyes: „Drastisches Remake des gleichnamigen Horrorfilms aus dem Jahr 1977, der in die Gegenwart verlegt wurde, wobei die Geschichte mit abstoßenden Brutalitäten gespickt wird.“ (Lexikon des internationalen Films, zitiert nach Wikipedia) Zur Handlung heißt es: „Im nun [von einer vierköpfigen Familie mit zwei Schäferhunden] zu durchquerenden und verlassenen Wüstengebiet [in New Mexico] leben jedoch Bergarbeiter, deren Körper durch die atomaren Tests der US-Regierung in den 1950ern … entstellt sind … Die Mutanten überfallen ihre Opfer und fressen sie …“

Zu Jackass: „eine US-amerikanische Fernsehsendung des Musiksenders MTV … In jeder Folge wurden von den Protagonisten gefährliche oder selbstverletzende Stunts und Mutproben durchgeführt.“

Ein Forumsmitglied hat sich nach einer Science-Fiction-Serie benannt, ein anderer verweist auf Figuren aus berühmten SF-Kinofilmen in der Unterzeile zu seinen Beiträgen. Die Identifikation mit oder die starke Bezugnahme auf Fiktionen scheint hier (im Umkehrschluss) „gesund“ zu sein.

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