Elles Mutter Madlen II

Madlen (sprich „Mad-lehn“) ist ein Gegenbild ihrer Tochter. Sie war eher frühreif und ein bisschen wild. Mit 18 hat sie Elle bekommen und ist deshalb von der Schule abgegangen. Später hat sie eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau gemacht, ist aber nicht bei ihrem Beruf geblieben, sondern hält sich und Elle mit der Arbeit in einem örtlichen Industriebetrieb über Wasser. Schon während der Schwangerschaft Trennung von Elles Vater, der ganz aus der Geschichte draußen bleibt.

Madlen hat immer mal wieder einen Mann, aber nichts von Dauer. Sie hält ihre Tochter aus diesen Beziehungen raus, hat nie einen Ersatzvater für das Mädchen gesucht. Ihr Traum ist es, der Tochter und sich zum 18. Geburtstag eine Neuseelandreise zu schenken (Jane-Campion-Fan), dafür legt sie Geld zurück. Madlen fordert von Elle einerseits viel Unterstützung und Verantwortung für Haushalt und Familie. Andererseits neckt sie Elle, wenn die sich zu Hause verkriecht, nicht dieses „wilde“ Leben führen will, dass die Mutter angeblich hatte. Im Gespräch mit der Tochter ist sie manchmal übergriffig oder unpassend. Zum Beispiel könnte sie Verhaltensregeln für das nicht vorhandene Sex-Leben ihrer Tochter aufstellen oder über andere intime Dinge spekulieren. Elle hat ihr nicht gesagt, dass sie noch auf ihre Regel wartet, und Madlen kommt mit Tampons an, die Elle brav entsorgt, oder einem Thermometer für die Verhütung, einer Zyklus-App, auf deren Daten sie am liebsten zugreifen möchte. Sie versucht es eher auf die Kumpel-Tour (schließlich ist sie kaum älter als ihre Tochter).

Sie verteidigt noch ihre Jugendlichkeit, geht in die Disco oder auf Konzerte, kann bis zum Abwinken feiern. Manchmal raucht sie, leugnet es aber ihrer Tochter gegenüber. Wenn sie sich „jung“ kleidet, ist sie Elle peinlich. Elle würde statt nach Neuseeland viel lieber nach Tokio oder Shanghai reisen, dahin, eben, wo etwas los ist. Auch äußerlich setzt sie sich eher von der Mutter ab. Vielleicht ist sie stolz darauf, der letzte Punk im Ort zu sein. Die Mutter findet Elles Style meistens cool. Beide machen viel mit ihren Haaren, darin treffen sie sich wieder. Sie sind auch beide nicht besonders ordentlich, das Haus sieht eher chaotisch aus.

Zu Beginn der Handlung kommt sie auf Krücken aus der Reha zurück, hat einen komplizierten Fußbruch erlitten und fordert noch mehr als sonst Elles Unterstützung ein. Dazu gehören auch gemeinsame Abende („Wir kochen uns was Schönes“, „Wir gönnen uns mal was“), denen Elle sich schlecht entziehen kann, die sie aber nicht sooo toll findet. Insgesamt empfindet Elle es als Eingriff in ihr Leben, dass die Mutter vorübergehend viel präsenter ist als sonst.

Die Clique beäugt sie eher misstrauisch. Junis kennt sie ja, da hat sie wenig Bedenken, aber die anderen macht sie gern verantwortlich, wenn Elle nicht so ist oder reagiert, wie Madlen es gern hätte. Ein bisschen beängstigen sie andererseits die gutbürgerlichen Mitschüler ihrer Tochter. Sie wünscht sich für Elle eine tolle Zukunft, sie soll studieren usw., aber sie hat auch Angst und würde es am liebsten sehen, wenn Elle bei ihr oder in der Nähe bliebe.

Mögliche Einzelheiten aus Madlens Alltag:

Sie liest Psychoratgeber, macht Joga usf. Elle darf in ihren Augen auf keinen Fall depri sein.

Sie trifft regelmäßig ihre Freundinnen, so eine Frauenrunde ist das. Oder die Frauen treffen sich abwechselnd bei jeder daheim, wenn die Männer, so vorhanden, nicht da sind, und veranstalten Wellness-Essen oder Ähnliches.

> Zur ersten Version von Madlen

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