Elles Mutter Madlen

Madlen (sprich „Mad-lehn“) ist ein Gegenbild ihrer Tochter. Sie war eher frühreif und ein bisschen wild. Mit achtzehn hat sie Elle bekommen und ist deshalb von der Schule abgegangen. Später hat sie eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau gemacht, ist aber nicht bei ihrem Beruf geblieben, sondern hält sich und Elle mit der Arbeit in einem örtlichen Industriebetrieb über Wasser. Schon während der Schwangerschaft Trennung von Elles Vater, der ganz aus der Geschichte draußen bleibt.

Madlen hat immer mal wieder einen Mann, aber nichts von Dauer. Sie hält ihre Tochter aus diesen Beziehungen raus, hat nie einen Ersatzvater für das Mädchen gesucht. Ihr heimlicher Traum ist es, der Tochter und sich zum 18. Geburtstag eine Neuseelandreise zu schenken, dafür legt sie Geld zurück. Madlen fordert von Elle einerseits viel Unterstützung und Verantwortung für Haushalt und Familie. Andererseits neckt sie Elle, wenn die sich zu Hause verkriecht, nicht dieses „wilde“ Leben führen will, dass die Mutter angeblich hatte. Im Gespräch mit der Tochter ist sie manchmal übergriffig.

Sie verteidigt noch ihre Jugendlichkeit, geht in die Disco oder auf Konzerte, kann bis zum Abwinken feiern. Manchmal raucht sie, leugnet es aber ihrer Tochter gegenüber. Wenn sie sich „jung“ kleidet, ist sie Elle peinlich.

Zu Beginn der Handlung kommt sie auf Krücken aus der Reha zurück, hat einen komplizierten Fußbruch erlitten und fordert noch mehr als sonst Elles Unterstützung ein.

Eine andere Idee zu Elles Mutter findet ihr im Kommentar von passenger zur Figur Elle. – Wie gestaltet sich der Alltag der beiden (oder drei, falls es eine Schwester gibt)? Findet Sie die Schule wichtig, hat sie Pläne für Elle? Unternehmen sie und Elle zusammen etwas? Ist sie eitel? …

>Zur zweiten Version von Madlen

8 Gedanken zu „Elles Mutter Madlen“

  1. 1
    passenger says:

    oh, das ist schön! Unbedingt die kleine Schwester weglassen, die brauchts nicht, und außerdem tut sich diese Frau keine zwei Kinder an. Ich wette, sie liest Psychobücher und macht Affirmations- und Glücklichkeits-Sessions mit sich selber und ihr größter Horror ist, dass ihre Tochter „depressiv“ sein könnte. Neuseeland ist das Glückliche-Frauen-in-der Natur-Land für sie. Ich nehme an, Elle atmet jedesmal auf, wenn Mutter viel Geld ausgibt, nur damit Neuseeland nix wird. (Ich glaube „heimlich“ nicht. Elle weiß längst von dieser Neuseeland-Drohung.) Fast möchte ich jetzt auch, dass Elle sich die Haare schwarz färbt und übers Gesicht hängen lässt oder abrasiert und Beanies trägt und ihre Nägel abkaut und sich gar nicht schminkt. sondern immer aussieht wie gerade aus dem Bett gekrochen, alles, nur um nicht so schrecklich gut drauf zu sein wie Mama. Mutter hat sehr große Pläne für sie – Unistudium, oder „was Kreatives“, am besten alles gleichzeitig: „du kannst ALLES erreichen, was du erreichen willst! Die Welt gehört dir!“ Projektionsmaschine, arme Elle. Sie unternehmen dauernd etwas, etwas Peinliches, „Girls‘ Night“ mit Gutelaune-DVDs, Elle ist froh, wenn das wenigstens in den eigenen vier Wänden stattfindet. Jeder Umgang von Elles Mutter und Elles Freunden ist für Elle grausig. Entweder ist Mutter zu nett, biedert sich an, als ob sie dazugehört, oder sie findet die Freunde zu negativ.

  2. 2
    L!nda says:

    Madlen färbt sich vielleicht auch oft die Haare (z.B. weil sie so einen Horror vor grauen Haaren hat). Das hat Elle irgendwie von ihr, auch wenn sie das nicht so wahr haben will. Ich fände so eine oberflächeliche Verbindung zwischen Mutter und Tochter schön.

    Der Alltag der beiden ist ziemlich unstrukturiert, Madlen ist ja auch eigentlich untertags nicht da. Vielleicht gibt es aber öfters mal ein gemeinsames Abendessen, bei dem Madlen viele Fragen stellt und Elle genervt reagiert, weil ihre Mutter auf Happy-Family macht, wo sich Elle sonst um den Haushalt kümmern muss.

    Dass Madlen noch ihrem Unfall nun so viel zuhause ist, sorgt für Anspannung zwischen Mutter und Tochter.

    Madlen hat einmal in der Woche ein Treffen mit ihren Freundinnen, die alle keine Kinder haben.

     

  3. 3
    Lola says:

    Inwiefern wird Madlen manchmal übergriffig? Ist es so, dass sie auf die Strenge-Mutter-Tour versucht, Informationen aus ihrer Tochter rauszubekommen? Oder eher auf die Freundinnen-Tour, „Du kannst mir doch alles sagen“…? Hat sie Angst, ihre Tochter sei irgendwie komisch, weil sie noch nie einen Freund hatte?

    Wie sieht Madlen den aktuellen „Style“ von Elle? Ich könnte mir vorstellen, dass sie das vielleicht auch ganz cool findet, dass Elle hier macht, was ihr gefällt, und nicht jedem Trend hinterher rennt wie ihre Mitschülerinnen.

  4. 4
    kiki says:

    Mir würde es gefallen, wenn Elle noch eine kleine verhaltensauffällige Schwester hätte! Für die übernimmt Elle dann Teile der Mutterrolle mit. Vielleicht ist es eine Halbschwester, der Vater ein anderer Mann?

  5. 5
    passenger says:

    „kommt mit Tampons an“: vielleicht kommt sie stattdessen mit einer Menstruationstasse („mooncup“) an? Das ist progressiv, feministisch, öko, und für Elle so richtig, richtig schlimm

     

  6. 6
    passenger says:

    … wobei ich nun nicht meine, dass sie Elle einen „mooncup“ kauft oder anbietet! Ich stelle mir vor, dass sie Elle von Frau zu Frau (in einem dieser „gemütlichen“ gemeinschaftlichen Momente) erzählt, dass sie jetzt einen „mooncup“ statt Tampons benützt und ihr erzählt, wie dieser funktioniert, und ihn dabei ganz allgemein lobt. Das ist traumatisch genug.

    Abgesehen davon … also noch gräuslicher sollte man Madlen jetzt vielleicht nicht mehr machen 🙂

  7. 7
    Anselm says:

    Eine unterschwellige Dimension von Elles Tragik scheint mir ja darin zu liegen, dass sie das Lebensgefühl hat, im Grunde keine Jugend zu haben. Sondern in Graubereichen zu verharren. Das kommt auch daher, dass ihre Mutter die bessere Jugendliche ist – wild, gut gelaut, sexy. Das verstärkt Elles Lebensgefühl der Leere. Deshalb frage ich mich, ob auch der äußere Kontrast zur Mutter nicht größer sein sollte. Wenn die Mutter schon so extrovertiert und alternativ ist, sollte doch nicht auch Elle noch Richtung Punk gehen. Im Gegenteil: Die Mutter will auffallen; Elle will verschwinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.