Frage zu einer Unterrichtsszene

Liebe User,

allmählich kreisen wir den Abend von Elles Geburtstagsparty ein. Bevor die Feier losgeht, stelle ich mir unter anderem noch eine oder zwei Szenen in der Schule vor, bei der Figuren wie Sophie oder Corinna („das Klischee“) vorkommen. Es könnte ein Gespräch oder eine Situation in Denners Unterricht geben und/oder eine Schulfhofszene. – Habt ihr einen Vorschlag?

Sollte Denner die Klasse vielleicht über sexuelle Orientierung sprechen lassen, weil einer der Jungs ihm hinterhergerufen hat, er wäre schwul? Geht es um den Uhrenraub? Könnte es um den Tod gehen (Bio-Unterricht), oder findet ihr das zu dick? Wie stellt ihr euch eine Unterrichtsstunde vor?

4 Gedanken zu „Frage zu einer Unterrichtsszene“

  1. 1
    dickeruebe says:

    Für mein Gefühl eher eine Klassen- als eine Schulhofszene. Und ein Thema über Sexualität würde passen – einerseits weil es in dem Alter von Elle und den anderen ja das alles überragende Thema ist, vor allem aber weil man damit nochmal näher an Lehrer Denner herankäme, der schon in der früheren Szene leicht schmierig rüberkam. Sportlehrer halt. Klischee hin oder her – aber allein ich kenne schon mehrere Fälle, wo Sportlehrer des Spannens oder Grabschens beschuldigt oder überführt wurden. Sportunterricht ist einfach ein seltsamer Zwischenbereich in der Schule, ein unscharfes Feld, wo die sonst etablierten Grenzen zwischen autoritärer Distanz und plötzlicher Körperlichkeit verschwimmen. Und damit auch die sonst festgefügten Machtverhältnisse.

    Das minimal Grenzverletzende von Denner müsste in der Klassenszene nur ganz leicht anklingen, keinesfalls zu direkt. Wenn ihm z.B. auf dem Hof jemand hinterhergerufen hat, er sei doch schwul, könnte er in der Klasse z.B. vordergründig ein ganz ernstes, aufgeklärtes Gespräch mit den Schülern über sex. Orientierung und Toleranz führen. Aber durch kleine verbale Ungeschicklichkeiten wird spürbar, dass es ihm darunter auch darum geht, seine in Frage gestellte Hetero-Potenz zu beweisen, indem er z.B. einen Machospruch gegenüber einer Klassenschönheit macht – oder sich über einen Außenseiter in der Klasse lustig macht („Na, Markus, hast ned auch schon einmal gedacht, dasst vielleicht ein Schwuli bist…“) o.ä.

  2. 2
    passenger says:

    Gar nichts Dolles. Nicht Sex, nicht Tod, nicht Raub, einfach eine endlos langweilige Unterrichtsstunde. Diese herzzerreißende, hirntötende, jedem bekannte Schul-Langeweile.

    Ich würde erst die „Tat“ schreiben und mir dann erst die Szene davor ausdenken. Bzw. hier von außen: erst die Tat lesen wollen und dann zur Szene davor klugscheißen 🙂

     

     

     

     

  3. 3
    Anselm says:

    Das Thema Langeweile ist interessant, aber auch sehr riskant. Es ist eine alte literarische Sehnsucht, Langeweile durch Langeweile im Text ’spürbar‘ zu machen. Aber das glückt nur ganz wenigen, wie Foster Wallace im Pale King. Sonst geht es fast immer schief – dann ist es einfach nur … langweilig. Und schlägt den Leser in die Luft. Hier unterscheiden sich Leben und Literatur. Was im Leben Standard ist – etwa dass Unterricht meist langweilig ist – sollte im Text ruhig dramaturgisch gestaltet sein, also eine Funktion  haben. Mir leuchtet daher eher ein, was dickeruebe vorschlägt.

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    Thomas says:

    Das sind sehr interessante Überlegungen, ich danke euch!

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