Nachrichten aus der Provinz II

In einem Kraftwerksrechen des Alz-Kanals wird ein Toter gefunden. Es handelt sich um einen 57-jährigen Traunreuter. Dieser ist am Tag nach Neujahr mit dem Auto weggefahren. Das Auto wurde eine Woche später in Trostberg gefunden. Der „als sehr zuverlässig geltende Mann“ wurde von der Polizei gesucht, nachdem er auch an seinem Arbeitsplatz nicht erschienen war (siehe Kreisfeuerwehrverband Traunstein).

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In einer Freitagnacht erhält die Polizei einen Notruf wegen einer „leblosen Person“ auf einem Feldweg. Als eine Streife an den Ort kommt, ist die Rettung schon da. Der „Mitteiler“ sei aus dem Rettungswagen geflohen, heißt es. Aus dem Wald sind Schreie einer weiblichen Person zu hören. Kurz hintereinander werden ein 19-Jähriger und eine bewusstlose 17-Jährige aufgefunden. Beide sind so betrunken, dass sie keine Angaben zum Geschehen machen können. Vermutlich stehen sie auch unter Drogen. Zuletzt wird noch ein „amtsbekannter“ junger Mann gefunden, der ebenfalls bewusstlos im Wald liegt. Auch eine tote Katze findet sich in unmittelbarer Nähe (siehe Chiemgau24.de).

Mehr als zehn Streifen der Polizei, ein Hubschrauber und zwei Feuerwehren mit sieben Fahrzeugen sowie mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes waren durch den Einsatz „gebunden“.

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Ein 23-Jähriger verschwindet aus einem Dorf bei Traunreut. Er ist mit dem Fahrrad in Richtung Stadt gefahren, weiß eine Zeugin. Die Polizei und Rettungsdienste suchen ihn mit Hubschrauber und Hundestaffeln. Sie finden das Fahrrad des Vermissten in dem Waldstück, in dem auch die Leichenschändung passiert ist. Kurz darauf finden sie auch den jungen Mann. Er hat sich offenbar das Leben genommen.

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Freilaufende Hunde reißen mehrere Hühner eines Paars, das in der Nähe der Stadt wohnt. Eines der Opfer saß mit den älteren Leuten sogar am Brotzeittisch. Das Paar, das selbst Hunde besitzt, ist wütend. Die Leute müssten ihre Hunde „unter Kontrolle“ haben, sagt der Mann. „Er appelliert an die Hundehalter, ihre Vierbeiner »kurz« zuhalten oder besser sogar anzuleinen.“ (siehe Traunsteiner Tagblatt)

Ein Gedanke zu „Nachrichten aus der Provinz II“

  1. 1
    dickeruebe says:

    Die Nachrichten aus der Provinz wirken – vor allem in ihrer Schreibweise – erstmal provinziell. Eine Überhöhung der Relevanz nichtiger Details (z.B. die tote Katze) würde in professionellerer Berichterstattung einer überregionalen Zeitung wohl nicht so zu finden sein. Auch die betrunkenen Jugendlichen – stadtbekannt oder nicht – wären ohne das personelle Aufgebot um sie zu finden, wohl nicht berichtenswert. Vielleicht spielt hier doch das Landleben (in Abgrenzung zum Leben in einer Metropole) hinein. Auch nur gering von der Norm abweichende Dinge finden mehr gehör als in einer diverseren Stadt. So wären sowohl das Großaufgebot an Feuerwehr und Streifenwagen, als auch die aufbauschende Berichterstattung zu erklären.

    Der Tote im gleichen Waldstück der Leichenschändung – könnte das ein „Nachahmer“ sein? Oder ist das Waldstück nun mal „der“ Ort, an dem man sich ungestört umbringen kann?

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