Elle als Spielfigur II

Eine neunte Klasse der Joseph-von-Fraunhofer-Realschule gestaltet mit an der Erzählung. Unter der Anleitung ihrer Deutschlehrerin bekommen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Unterrichts regelmäßig Arbeitsaufträge und Schreibaufgaben, die in die Konzeption und Gestaltung der Geschichte einfließen.

Zum Auftakt dieser neuen „Phase“ im Projekt Der gefundene Tod war Thomas Lang am 23. November 2016 zu Besuch in der Klasse, um den Schülerinnen und Schülern seine bisherige Arbeit vorzustellen. Gemeinsam feilten sie dann an den Figuren. Wie sollte z.B. Elles Figur sein?

  • 1,60 Meter
  • 1,63 Meter
  • 1,70 Meter
  • 1,72 Meter
  • klein (4 Nennungen)
  • dünn
  • schlank (2)
  • gute Figur
  • 53 Kilogramm
  • normales Gewicht, aber sie fühlt sich zu dick und möchte dünner sein
  • grüne Augen (2)
  • blaue Augen
  • graue Augen
  • dunkelbraune Augen, fast schwarz
  • klare Augen
  • geheimnisvoller Blick
  • spitze Nase
  • trockene Lippen
  • Sommersprossen
  • weiße, gerade Zähne
  • Zahnspange
  • dunkle Augenbrauen
  • kurze Fingernägel
  • Linkshänderin
  • keine Piercings
  • Septum (2)
  • Helix (2)
  • Bauchnabel-Piercing

Elle als Spielfigur I

Eine neunte Klasse der Joseph-von-Fraunhofer-Realschule gestaltet mit an der Erzählung. Unter der Anleitung ihrer Deutschlehrerin bekommen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Unterrichts regelmäßig Arbeitsaufträge und Schreibaufgaben, die in die Konzeption und Gestaltung der Geschichte einfließen.

Zum Auftakt dieser neuen „Phase“ im Projekt Der gefundene Tod war Thomas Lang am 23. November 2016 zu Besuch in der Klasse, um den Schülerinnen und Schülern seine bisherige Arbeit vorzustellen. Gemeinsam feilten sie dann an den Figuren. Hier ein paar Ergebnisse zum Äußeren der Hauptfigur Elle – ganz wichtig natürlich: die Haare.

  • blonde bis hellbraune Haare (6 Nennungen)
  • helle Haare
  • dunkelbraune Haare
  • schwarze Haare (3)
  • rote Haare
  • blaue Haare
  • Sie trägt gern gefärbte Haare.
  • schulterlang, mittellang (5)
  • sehr lockig, kraus (2)
  • leicht gewellte Locken
  • glatt (3)
  • kurze Haare
  • Pony
  • Bob (hinten kurz und vorne lang)
  • Pferdeschwanz
  • Dutt (2)
  • Sie trägt die Haare immer offen. (3)
  • Gelegentlich steckt sie ihre Haare mit einer Klammer leicht nach innen.
  • Elles Haare sind meistens durcheinander.
  • Sie kann gut Haare flechten, hat aber keine Lust, irgendetwas mit ihren Haaren zu machen.
  • Elle möchte eigentlich dunklere Haare.
  • Sie wünscht sich eine neue Frisur – z.B. längere Haare oder einen Undercut auf der linken Seite.

Blog oder Snapchat

Liebe User,

Elle soll sich tagebuchartig äußern. Ich schwanke noch zwischen zwei Ideen:

a) Sie schreibt ein Blog. Das ist öffentlich oder jedenfalls für eine Community auf einer Plattform sichtbar. Sie zeigt da eine coolere Elle, lässt aber durchaus Sehnsüchte und Konflikte erkennen, Dinge, die ihr wichtig sind. Hier wäre auch wichtig, wie ihre Mitleser reagieren, wie und ob sie einen Eintrag kommentieren etc.

b) Sie schickt sich selbst Messages per Snapchat. Das findet sie toll, weil beim nächsten Öffnen der App immer alles weg ist. Nur so kann sie sowohl vollkommen ehrlich sein als auch den größten Quatsch schreiben. Auch Bilder gehören dazu. Die Selbstdarstellung vor sich selbst kommt mir schon zeitgemäß vor, ich denke u.a. daran, wie der Amokläufer von München sich angeblich mit sich selbst unterhalten habe, vor und womöglich während des Attentats. Es liegt allerdings schon eine verschärfte Form von Einsamkeit darin. Außerdem fragt sich, wie solche verschwindenden Nachrichten im Text repräsentiert sein könnten. Wäre das ähnlich zu sehen wie direkte Rede: aufschreiben, obwohl es transitorisch ist? Oder müsste die Erzählung das irgendwie anders anfangen, wie in einem reaction shot – etwas, das Elles Texte reflektiert …

III Die Einladung (2)

Als der Unterricht endlich vorbei war, ging Elle zur Bushaltestelle. Es waren nur zwei oder drei andere da, die meisten wurden nachmittags von ihren Mamas abgeholt. Das fühlte sich immer komisch an, so quasi allein da rumzustehen. Als wäre man verletzlicher. Oder leichter angreifbar. Sophie kam mit dem Fahrrad an. Das war gar nicht ihr Heimweg. Sie hielt neben Elle, die auf dem Bordstein stand und so ein bisschen größer war als ihre Freundin. Sophie behielt das Rad zwischen den Beinen.

„Ich habe nachgedacht, Elle. Ich werde nicht zu deiner Party kommen.“

„Wieso denn nicht?“

„Ich meine, ich würde total gern kommen. Aber ich finde es nicht gut, dass du auf dem Bahngelände feiern willst. Es ist nicht erlaubt und es ist auch gefährlich.“

Bla, bla, bla, bla, bla.

„Du hast überhaupt keine Ahnung. Es ist voll schön da. Hell will ein’ Ofen besorgen, dann können wir den Schuppen sogar heizen. Da liegt überall Holz rum.“

Wer besorgt den Ofen?“

„Dennis, meine ich.“

„Wieso lädst du den denn ein? Der ist doch doof.“

Sophie, gleich, langweilig. Es war leider wahr, es blieb wahr, es war nichts zu machen.

„Warum feierst du nicht im Jugendclub?“

„Der ist zu!“

„Nicht wenn man eine Party machen will. Man kann ihn mieten, es kostet gar nicht viel.“

Kostet gar nicht viel, äffte Elle sie innerlich nach. Schau, mein Desigual-Pullover. Kostet gar nicht viel. Schau, meine Nikes, kosten gar nicht viel.

Sie regte sich richtig auf.

„Ich feier nicht in einem langweiligen Jugendclub, egal ob er geschlossen ist oder nicht. Ich bin das tougheste Mädchen an der Schule, ich – “

„Ich muss los“, sagte Sophie, „ciao!“

Vielleicht hatte sie auch schade gesagt. Sophie stieg in die Pedale. Im Wegfahren wandte sie noch mal den Kopf: „Sag mir Bescheid, falls du deine Pläne änderst. Dann will ich sehen, was ich machen kann.“

Was du machen kannst? Ga’ nix kannst du machen, verstehs’ du das? Zu meim Gebur’stag wirst du bestimmt nie wieder eingela’n.

Es tat ihr weh, dass Sophie so blöd war.