Spielfigur Wunsiedel: Elles Geburtstagsparty (7)

Na toll, die Party ist eine totale Katastrophe. Erst lehnt Sophie meine Einladung ab, bei der ich dachte, sie würde unserer Freundschaft eine neue Chance geben, da es nicht mehr so gut läuft wie früher. Seit sie einen Freund hat, ist sie eine total andere Person geworden. Dann bringt Corinna auch noch irgendwelche Tussis mit, auf die ich eigentlich überhaupt keine Lust habe, aber nun ja, viel besser als wenn wir nur zu fünft sind. Und Alkohol haben sie auch mitgebracht. Aber kurze Zeit später meckert Corinna natürlich rum, dass es hier am Bahnhof kalt ist und dass ihr die Musik nicht gefällt.

„Wenn’s dir nicht gefällt, kannst du auch wieder gehen, ich brauche hier keinen, der ständig nur am Rumzicken ist“, sprach Elle zu Corinna mit einem angemessenen und noch freundlichen Ton. Die alten Platten, die noch vom alten Bahnhofgebäude übrig geblieben waren, waren verdreckt und teilweise eingerissen, jedoch hatte Elle für andere Sitzmöglichkeiten gesorgt. „Auf den Laderampen könnt ihr euch auch hinsetzen, wenn ihr möchtet“, schrie Elle den Gästen zu. „Mir ist das hier zu blöd, es ist kalt und dreckig und ich habe keine Lust mehr, sorry, Elle, aber ich werde nach Hause gehen.“ Corinna nahm nur eine der Freundinnen, die sie mitgebracht hatte, mit, da die anderen noch bleiben wollten, und ging. Im Hintergrund lief Palmen aus Plastik und Elle versuchte, sich die Party mit etwas Alkohol schön zu trinken.

Valentin kam endlich mit den Kanister an. „Wurde auch Zeit, wir haben alle auf dich gewartet. Schnell, zünd‘ endlich das Feuer an, es ist kalt.“ Valentin ging zum Ofen, den Dennis organisiert hatte, und schüttete den Kanister Diesel auf das Holz. „Aber nicht zu viel, wir wollen ja nicht, dass hier irgendwas in Brand gesetzt wird und hoffentlich werden wir nicht erwischt.“ Das Feuer flackerte und die Freunde hockten sich um das Feuer herum. „Wer hat jetzt eigentlich das Dope?“, fragte Dennis, der bereits einmal von der Schule geflogen war, durch die Menge. „Junis wollte doch etwas mitbringen. Wo bleibt er denn?“ Elle nahm einen Schluck von ihrem Wodka-O und keine Minute später tauchte Junis auf. „Wo bist du geblieben? Wir haben alle auf dich gewartet!“, sprach Elle. – „Wenn man vom Teufel spricht“, lachte Valentin vor sich hin. – „Hau das Zeug her, der Wodka ballert noch nicht!“, sagte Dennis mit einer genervten Stimme. Am anderen Ende der Stadt dämmerte es bereits und wenige Minuten später wurde es auch hier, hier am Bahnhof, dunkel. Langsam spürten die Jugendlichen den Alkohol und es dauerte nicht mehr lange, bis es zwölf wurde. Junis schnappte sich Elle, um mit ihr ein „Gespräch“ zu führen. Elle wusste jedoch nicht, dass Junis auf Elle stand. Oder verhielt er sich nur so wegen des Alkohols?

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