Über den Schreibprozess (II)

Liebe User,

Ray Bradbury wird den meisten von euch bekannt sein als der Autor berühmter Science Fiction, etwa von „Fahrenheit 451“ oder der „Mars-Chroniken“. In den 1970er-Jahren schrieb er ein kleines Buch: Zen in der Kunst des Schreibens. Bradbury hält darin ein Plädoyer für eine leidenschaftliche Art des Schreibens, die auf lebendigen Figuren aufbaut, also Figuren, die den Autor etwas angehen, und in der er seinen Leidenschaften, Liebe oder Hass, nachgibt.

Bradbury schreibt, dass man vom Schreibprozess eine Art Wetterbericht anfertigen können sollte: „Heute heiß, morgen kühl. Heute nachmittag: Haus niederbrennen. Morgen: kaltes kritisches Wasser auf schwelende Balken.“

Der erste Entwurf kann ruhig explosiv sein, man solle sich bloß nicht bremsen. „Die folgenden sechs oder sieben Fassungen werden die reine Tortur sein. Warum also nicht die erste Fassung genießen ..?“

Das scheint mir gar nicht so weit weg zu sein von dem, was Murakami schreibt, auch wenn dieser in seinen Ausführungen etwas pedantischer oder, wie ihr bemerkt habt, mechanisch wirkt.

(Teil III folgt.)

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