Über den Tod I

Liebe User,

es ist schon eine Weile her, dass ich euch gefragt habe, wie ihr über das Leben nach dem Tod denkt. Eure Antworten haben gezeigt, dass eine traditionelle christliche Jenseitsvorstellung euch eher fremd ist, nicht aber der Wunsch oder der Gedanke, mit den Toten verbunden zu bleiben, sie „irgendwie da“ zu wissen. Dazu könnte eine Veränderung des Zeitbegriffs dienen. Die Toten befänden sich demnach in einer Art „Falte auf der Gegenwart“, wie Anselm schreibt, sie wären „nur in einem anderen Zustand“.

Ein weiterer Gedanke, von l!nda: Die Toten sind nicht tot, so lange man sich an sie erinnert. Die Bilder, die wir von den anderen haben, integrieren sie (wenn auch nicht ihre Körper) in die Gemeinschaft der Lebenden und vervielfältigen sie aufgrund der Pluralität dieser Bilder. Die Toten halten sich demnach in unseren Köpfen auf, in Gegenständen, die wir von ihnen besitzen, oder auch in unseren Genen.

kiki dagegen betont, dass dem Gedanken, es gehe nach dem Tod weiter (in Himmel, Hölle, Nirwana …), etwas Verzweifeltes innewohnt. Jedenfalls berge er die Gefahr, das diesseitige Leben nur auf das auszurichten, was da möglicherweise kommt.

In dem Buch „Die Zukunft des Todes“ (Hg. Thorsten Benkel, Bielefeld 2016) habe ich noch ein paar interessante Gedanken gefunden, die ich von jetzt ab in fragmentarischer Form posten will. Auch die Autoren dieses Buches streifen das Jenseits eher wie einen Hallraum, eine Vorstellung, die man nicht vergessen hat, die aber nicht mehr gilt. Das Jenseits ist für uns gestorben, es ist – im Sinne l!ndas – in Bilder aufgelöst, die wir noch davon haben. Oder vielleicht ist es genau diese „Falte auf der Gegenwart“, von der Anselm spricht.

 

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