Über den Tod II

In seiner Einleitung zu dem Buch „Die Zukunft des Todes“ nennt Thorsten Benkel das „instrumentelle Sich-Abfinden mit dem Tod“ eine „Vernunftlösung“. Diese habe ihren normativen Charakter wieder verloren. Es gebe Anzeichen dafür, dass Leben und Tod wieder als miteinander verschlungen aufgefasst würden. Benkel nennt das eine „Life-Death-Balance“. Die Religion habe kein Monopol mehr auf eine sinnhafte Erklärung des Todes, dennoch erfahre eine „positivistische Sichtweise“ des Todes keine breite Zustimmung.

Weitere Thesen Benkerts ähneln denen, die auf dieser Webseite von euch Usern geäußert werden: Der Tod nimmt nicht den Körper, sondern das Leben weg. – Früher hätte man von Entseelung gesprochen, denke ich. Tote können Elemente der Lebenswelten anderer Menschen sein, ohne selbst über eine Lebenswelt zu verfügen. Es gibt viele „zweite Körper der Toten“, weil die Erinnerung sie in viele „Images“ aufsplittet. – Das allerdings scheint mir auch für die Lebenden zu gelten. Ein wichtiger Unterschied zwischen Lebenden und Toten liegt aber in der Präsenz: die Toten schweigen zu den Bildern, welche die Lebenden von ihnen herstellen, in jedem Fall.

 

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