Über den Tod III – Regeln und Rituale im Umgang

Immer noch in derselben Einleitung zu dem Buch „Die Zukunft des Todes“ befasst sich Benkel mit den Ritualen rund um den Tod. Diese sind für die Lebenden da, sie geben ihnen ein Versprechen: „Was hier errichtet wird am fremden Grab, werden andere an der eigenen Ruhestätte nicht minder engagiert vollziehen.“

Dieser Gedanke ist besonders interessant im Hinblick auf den nicht (oder anti-?) rituellen Umgang unserer Jugendlichen mit dem Leichnam Franks. Benkel selbst formuliert den Umkehrschluss: „Ohne Partizipation an den Regeln und Ritualen und ohne Akzeptanz der sie tragenden moralischen Säulen gibt es für einen selbst keine Chance auf die allgemein verheißene Existenzkontinuität im nach-lebendigen Stadium.“

Was haben die jugendlichen Figuren im Vorhinein mit dem eigenen Tod gemacht? Haben sie ihr Anrecht auf ein eigenes Begräbnis im Grunde verspielt? Das würde gut zu der Idee passen, dass sie beim Wiedersehen zehn Jahre später bei dem Einfall landen, sich im Wald, wo sie Frank einst gefunden haben, mit Alkohol und Drogen an und über den Rand der Existenz zu bringen.

 

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