Wo sind die Toten?

Liebe User,

wie ist das mit dem Leben nach dem Tod? Neulich sagte mir ein Mädchen aus einer neunten Klasse, dass eine Tat wie diese den Geist des Toten beleidigt. Auch in euren Kommentaren tauchte dieser Gedanke mal auf (Die Diskussion könnt ihr hier nochmal nachlesen). Was glaubt ihr – ist nach dem letzten Atemzug wirklich Schluss? Werden wir einfach verstoffwechselt, werden wir wiedergeboren? Habt ihr das Gefühl, dass die Toten irgendwo sind, auch wenn ihr es nicht glaubt?

Und wie ist es mit der Umkehrbarkeit? Ist da in irgendeiner Ecke die Vorstellung geblieben, man könnte von den Toten zurückkommen, wie es Kinder glauben? Selbst manche Ärzte sagen, dass es weitergehen müsste mit uns, unseren Seelen oder was immer in uns steckt. – Was, wenn unser Bewusstsein gar nicht das Produkt unseres Gehirns wäre, wie der niederländische Mediziner van Lommel denkt?

Ein paar Gedanken von euch darüber wären toll.

6 Gedanken zu „Wo sind die Toten?“

  1. 1
    Anselm says:

    Der spirituelle Teil dabei ist mir eher fremd. Aber mir fällt z.B. Kurt Vonnegut ein, der sehr überzeugend darlegen konnte, dass die ‚Abwesenheit der Toten‘, so wie es für uns normal ist, allein an der Beschränktheit unseres Zeitbegriffs hängt. Dass die Zeit linear verläuft erscheint uns selbstverständlich – ist es aber keineswegs. Für die Physik ist das ein längst ein alter Hut. Und auch das Kino greift immer öfter darauf zurück – siehe z.B. Interstellar etc. Könnten wir unseren Zeitbegriff erweitern, läge die Vergangenheit eher wie eine Falte auf der Gegenwart – und somit wären auch die Toten nicht einfach fort, sondern sozusagen nur in einem anderen Zustand.

  2. 2
    kiki says:

    Der Glaube an ein Leben nach dem Tod oder eine Wiederkehr kann ja auch erheblichen Einfluss auf das Leben vor dem Tod haben, wenn man die spirituellen oder religiösen Vorstellungen zum Nachleben wirklich ernst nimmt… Paradies, Himmel – Hölle, Karma, Nirvana …  Mancher lebt im Extremfall dann nur für das Leben danach. Solche Ideen sind gewisser Weise sinnstiftend, aber irgendwie auch ziemlich verzweifelt.

  3. 3
    L!nda says:

    Das klingt jetzt superkitschig, aber es ist irgendwie so: die Toten sind ja noch da, solange man sich an sie erinnert. In der Erinnerung leben sie noch, also wirklich, denn man erinnert sich ja an die zum Erinnerungszeitpunkt noch lebenden Toten und nicht die toten Toten. Bei der Übertragung geht zwangsläufig ein großer Teil verloren und die Erinnerungen sind absolut subjektiv. So gesehen führen die Toten in den Individuen, die sich an sie erinnern, sogar mehrere unterschiedliche Existenzen (mit einer Schnittmenge von kollektiven Elementen).

    • 3.1
      kiki says:

      Aber was wäre das dann für ein Ort, an dem die Toten sind?

      • L!nda says:

        Hm, da sind verschiedenene Ort möglich: im Gehirn der anderen Individuen oder seinen Produkten wie dem Bewusstsein, in einem übersubjektiven Schatz an Erinnerungen eines Kollektivs, in Andenken, Erbstücken, vielleicht auch in der Physiologie anderer Menschen, wenn man Gene irgendwie auch als Erinnerungen begreift. Ergibt das noch irgendwie Sinn? 🙂

        • Hanni Falladaila says:

          Der Tod ist etwas nicht Vorstellbares, vor allem in der Jugend, da hat man das Gefühl man würde ewig leben, einen Verfall des eigenen Körpers kann man sich gar nicht vorstellen. Nur wenn man selbst einen lieben Anghörigen verliert, oder mit einer Situation konfrontiert ist wo es persönlich mit dem Leben zu Ende geht oder sich so anfühlt, ist man mit der Realität des Todes konfrontiert. Im ersten Fall gehts um Verlustgefühle, im zweiten Fall wahrscheinlich um Todesangst. Leider wird der Mensch in der Schule und im Leben nicht adäquat darauf vorbereitet, das das Leben eine gewisse Zeitspanne ist die man für sich sinnvoll oder sinnfrei ausfüllen kann und das der Tod einfach dazugehört. Eine Vorstellung vom Jenseits oder Wiedergeburt ist meist sehr tröstlich und hilfreich, für manche Menschen ist sie sogar Gewissheit. Es ändert aber nichts an der Endlichkeit des eigenen Lebens, mit der man sich zu guter letzt doch aussereinandersetzen muss. Desto weiter weg der Tod scheint  desto mystischer, verzauberter kommt er den meisten Menschen vor, daher die vielen Zombie- und Vampirgeschichten für Jugendliche.

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