Zu den neuen Kommentaren I

Die psychologische Seite der Tat beschäftigt die User stark. Gruppendynamik, Rausch, kollektiver Schock, Zugehörigkeitswünsche sind hier in etwa die Schlagworte. Dann die Wut, die extreme Zerstörung eines toten Körpers, wie sie in „“ geschildert wurde. Marla weist darauf hin, dass auch Sachbeschädigung, das Zerstören von Dingen, verstörend wirkend kann. Das unerklärliche Moment darin könnte angstauslösend wirken und die Gewalt so schlimmer erscheinen lassen. Ekel vor der Tat, der Tod als gesellschaftliches Tabu könnten zu den extremen Abwehrreaktionen beitragen.

Der Tote rückt als solcher in den Fokus. Vielleicht wurde er nicht mehr als Mensch wahrgenommen, schreibt L!nda, sondern als ekelhaftes Etwas, das die jugendliche Faszination bedingt hat. Anke befasst sich mit den Projektionen auf den Toten. Sie sieht ihn in einem Zwischenstadium, als Mensch noch definierbar über sein Gesicht oder seine Kleidung. Sie stellt sich vor, wie die Jugendlichen sich dem Toten nähern, nicht sicher sind, ob er noch lebt, gleichzeitig schon etwas Ekliges erwarten, „was man am Schuh gerade noch erträgt“. Und da ist noch die Frage nach der Transzendenz: Gibt es eine Seele? Oder vielleicht einen Geist …

Schließlich wieder der gesellschaftliche Aspekt – die Abwehr der eigenen, womöglich naturgegebenen Gewaltbereitschaft, indem man sie auf eine Gruppe, „die Jugendlichen“ schiebt. Auch der Horror vor der absoluten Schwäche und Schutzlosigkeit, die der Tod bedeutet, könnte zur starken Abwehrreaktion beitragen. Der nicht beerdigte Körper ist allem ausgeliefert.

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